Der erste Termin findet nur mit den Eltern bzw. einem der Elternteile statt, weil bestimmte
Details aus der Familiengeschichte für das Kind bzw. den Jugendlichen traumatisch sein können.
Die Eltern erzählen ausführlich, welche Schwierigkeiten sie haben und welche Eigenschaften des Kindes ihnen Sorgen machen. Ich stelle den Eltern Fragen über die Geburt des Kindes, seine Entwicklungsphasen, erlittene Krankheiten, Erbkrankheiten, da all dies die psychische und emotionale Entwicklung des Kindes beeinflussen kann.
Der zweite Termin dient dem Kennenlernen mit der gesamten Familie, denn das Kind muss verstehen,
wozu es in die psychologische Beratung mitgenommen wurde. Vor dem gemeinsamen Termin ist es wichtig, dem Kind zu erklären, dass es nicht in die psychologische Beratung mitgenommen wurde, weil etwas mit ihm nicht stimmt, sondern weil die ganze Familie ihm helfen bzw. die Beziehungen innerhalb der Familie verbessern möchte, aber die Eltern wissen nicht wie sie das machen sollen, deshalb benötigen Mama und Papa die Unterstützung eines Kinderspezialisten.
Einem Kind unter 5-6 Jahren muss man nicht im Detail erklären, dass Sie zu einem Psychologen gehen, sondern einfach sagen, wir gehen zu einer Tante, mit der wir spielen können. Wenn Ihr Kind das Alter von 7 Jahren erreicht hat, ist es am besten, ihm offen Bescheid zu geben, dass Sie vorhaben, einen Psychologen aufzusuchen.
Bei heranwachsenden Kindern ist es nicht nur wichtig, sie zu informieren, sondern auch ihr Einverständnis einzuholen, zumindest für den ersten Termin. Meistens laufen die Termine in spielerischer Form ab, mit Zeichnungen, verschiedenen Spielen und spannenden Übungen.
Um mit dem Kind Kontakt und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufzubauen, um die Ursachen für intra- und interpersonelle Konflikte zu verstehen, sind mindestens fünf Sitzungen erforderlich. Während der Sitzungen braucht das Kind Zeit, um seine Gefühle auszuleben, Konflikte anzusprechen und neue Verhaltensmuster zu entwickeln. Die Ergebnisse der Sitzungen werden auf der Grundlage der individuellen Besonderheiten des Kindes oder der Komplexität des Problems selbst bewertet. Bei manchen Kindern reichen 5-10 Sitzungen aus, um das Problem zu lösen.
Nach dem fünften Gespräch mit dem Kind treffe ich mich erneut mit den Eltern.
Die Eltern sind die wichtigsten Kontaktpersonen des Psychologen bei der Lösung und Erreichung ihrer Ziele. Durch das richtige Zusammenspiel und die Anwendung der Empfehlungen des Psychologen bei der Kommunikation und Unterstützung des Kindes werden die Eltern bald in der Lage sein, die Ergebnisse der Therapie wahrzunehmen und sich darüber zu freuen. Deshalb gebe ich den Eltern im Gespräch ein ausführliches Feedback, erzähle ihnen, was mit dem Kind geschieht, und weise auf die möglichen Ursachen von Problemen hin. Ich beantworte die Fragen der Eltern und gebe wichtige Empfehlungen - wie die Eltern und Familienangehörigen dem Kind in Alltag helfen können, was (welche Art von Unterstützung) es braucht und wie sie besser mit dem Kind umgehen können. In derselben Sitzung teile ich auf der Grundlage der Rückmeldung der Eltern auch mit, ob 5-10 Sitzungen für das Kind ausreichend sind bzw. ob das Problem eine längere Therapie erfordert.